Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

 

Neuhof Textil-Holding AG

 

Bericht des Vorstands

an der

Hauptversammlung

am 19.06.2018

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ein herzliches Willkommen heute hier in Hof. Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen!

 

Der Geschäftsbericht für 2017 ist allen denjenigen zugegangen, deren Adressen uns bekannt sind, und er liegt hier aus. Er entspricht den Veröffentlichungen, die für eine Aktiengesellschaft im Freiverkehr gelten.

 

Ich möchte Sie über die signifikanten Abläufe des Berichtsjahres informieren und über die wesentlichen Veränderungen in den Jahresabschlüssen zum 31.12.2017 gegenüber dem Vorjahr berichten.

 

In meinem nun folgenden Bericht werde ich aus Gründen der Übersichtlichkeit und Klarheit bei uns übliche Kurzbezeichnung für unsere Gesellschaft und ihre Tochterunternehmen die verwenden. Am Bildschirm sehen Sie unseren Konzernaufbau, auf dem die korrekten Firmierungen und die Kurzbezeichnungen vermerkt sind.

 

Wie den meisten unter Ihnen bekannt ist, verwaltet und verwertet unsere Holding AG ihre Liegenschaften und fungiert als Mutterunternehmen für ihre Beteiligungsgesellschaften.

 

Spinnerei Neuhof KG

 

Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft  hat auch in diesem Jahr die Spinnerei Neuhof KG gehabt, an der wir über unsere Tochtergesellschaft, die Immobilien KG, beteiligt sind.

 

Die Spinnerei Neuhof KG geriet 2016 in eine schwerwiegende Krisensituation, die 2017 anhielt. Es liegt uns ein Entwurf des Jahresabschlusses zum 31.12.2017 vor, der nach uns erteilten Auskünften mit einem uneingeschränkten Testat des Jahresabschlussprüfers versehen wird.

 

Nach diesem Jahresabschluss weist die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 34.000 EUR aus. Das ist gemessen am Vorjahresfehlbetrag in Höhe von 1.219.000 EUR zwar eine erhebliche Verbesserung. Das operative Ergebnis ist jedoch negativ und liegt erheblich unter den Erwartungen. Die Ursachen sind hierfür Umsatzrückgänge bei zwei Großkunden, die nicht aus dem Stand heraus durch andere Aufträge kompensiert werden konnten. Daneben haben Sanierungsberatungen das Ergebnis erheblich belastet.

 

Mittlerweile hat sich die Lage stabilisiert. Gesellschafter, nahe stehende Personen und Dritte haben nicht nur die Verluste sondern auch eine Rückführung der Bankkredite um rund 500.000 EUR finanziert. Ungeachtet dessen ist die Liquidität derzeit sehr angespannt. Dies wird sich in naher Zukunft jedoch mit dem Eingang von Rückvergütungen der öffentlichen Hand in Höhe von mehreren hunderttausend EUR, auf die ein Rechtsanspruch besteht, verbessern. Wir haben uns darüber hinaus vehement dafür eingesetzt, dass die hohen Beratungskosten auf ein vernünftiges Niveau vermindert werden.

 

Die für die Krise wesentlich mitverantwortliche Investition in den Erwerb und den Aufbau einer Färberei hat im Geschäftsjahr 2017 das Jahresergebnis nicht wesentlich belastet, weil die Verluste durch in Vorjahren gebildete Rückstellungen antizipiert waren. Die Färberei ist jedoch auch heute noch defizitär, was die Liquidität belastet.

 

Unsere Gesellschaft war stets durch monatliche Controlling-Reports und ergänzende Beratungen aktuell informiert. Wir haben uns an der Sanierung der Spinnerei Neuhof KG  beteiligt, indem wir auf einen Teil unserer Zinsansprüche für die Jahre 2016 bis 2019 verzichtet haben. Der Verzicht für 2016 und 2017 beträgt für unsere Gesellschaft 67.000 EUR. Der Verzicht ist mit einem Besserungsschein ausgestattet, wir erhalten also den Verzichtsbetrag wieder, sobald die Spinnerei Neuhof KG wieder saniert ist.

 

Die Darlehen der Holding AG sind in 2017 um 232.000 EUR getilgt worden. Sie valutierten zum 31.12.2017 mit rund 500.000 EUR. Damit wurde das Tilgungssoll um 68.000 EUR verfehlt.

 

Das Darlehen der Immobilien KG beträgt zum Vorjahr nahezu unverändert 742.000 EUR.

 

Die Immobilien KG ist – wie ich Ihnen bereits im Vorjahr berichtete -  trotz Verkauf noch zivilrechtlich gesehen Eigentümerin der Betriebsimmobilie. Werden die Darlehen nicht oder nicht zeitgerecht getilgt oder im Insolvenzfall bleibt die Betriebsimmobilie im Eigentum der Immobilien KG. Die der Spinnerei Neuhof KG zur Verfügung gestellte Grundschuld valutierte zum 31.12.2017 auf 590.000 EUR und ist mittlerweile auf 560.000 EUR zurückgeführt. Im Vorjahr war unser Grundstück noch mit 1.092.000 EUR belastet.

 

Insgesamt gesehen hat sich unsere Position gegenüber der Spinnerei Neuhof KG erneut erheblich verbessert, und dies trotz der schlechten Lage dieser Gesellschaft. Ziel aller Gesellschafter ist, dass die Spinnerei Neuhof KG wieder positive Ergebnisse erwirtschaftet. Die Geschäftsführung plant für das Jahr 2018 ein positives Betriebsergebnis.

 

Ich stelle dies Ihnen in aller Ausführlichkeit dar, da die wirtschaftliche Situation der Spinnerei Neuhof GmbH & Co. KG für die Lage unserer Gesellschaft äußerst wichtig ist und sich diese auch in den Jahresabschlüssen für 2017 widerspiegelt, die ich Ihnen nun erläutern möchte.

 

 

Immobilien KG

 

Zunächst zur Immobilien KG:

 

Die Gesellschaft hat Betriebskosten der an die Spinnerei Neuhof KG verkauften Betriebsimmobilie, die zwangsläufig bei ihr als „Nocheigentümerin“ anfallen, an die Spinnerei Neuhof KG weiterbelastet, was sich in den sonstigen betrieblichen Erträgen mit 32.000 EUR niederschlägt. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind neben diesen weiterberechneten Aufwendungen, also den Betriebskosten der Immobilie von 32.000 EUR, noch Verwaltungskosten von 22.000 EUR und die gegenüber der Spinnerei Neuhof KG ausgesprochenen Zinsverzichte für 2016 und 2017 von insgesamt 60.000 EUR enthalten. Nach Berücksichtigung der Zinserträge für 2017 aus dem Darlehen an die Spinnerei Neuhof KG von 37.000 EUR ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von 39.000 EUR.

 

Der Jahresfehlbetrag wird entsprechend den Regelungen des Gesellschaftsvertrags auf das Verlustvortragskonto verbucht. Das Verlustvortragskonto beträgt zum 31.12.2017 122.000 EUR. In der Bilanz ist es gemäß den handelsrechtlichen Vorschriften von den Rücklagen abgezogen worden.

 

 

Ein Blick auf die Bilanz zeigt die Beteiligung an der EuroVal & Co. Erste Beteiligungs KG, die zum Vorjahr unverändert ausgewiesen ist. Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung war die Entwicklung des Gesellschafterkontos für die Jahre 2015 bis 2017 uns noch nicht mitgeteilt worden. Mittlerweile verfügen wir über die Information, dass handelsrechtlich für die Jahre 2015 und 2016 noch Beteiligungserträge von 97.000 EUR zu berücksichtigen sind. Hätte man diese Erträge zum Zeitpunkt der Bilanzierung gekannt und berücksichtigt so hätte sich ein Jahresüberschuss von 58.000 EUR ergeben. Der Ertrag ist natürlich dadurch nicht verloren. Er wird das Ergebnis 2018 positiv beeinflussen. Ob die Ergebnisse 2017 bis zur Bilanzerstellung im kommenden Jahr bekannt sind, bleibt abzuwarten.

 

Die EuroVal & Co. Erste Beteiligungs KG ist unverändert über eine weitere Kommanditgesellschaft an zwei Objekten beteiligt: ein Bürocenter in Eschborn und ein Büro-Hotelkomplex in Quickborn, die nahezu voll vermietet sind. Die ursprünglich beabsichtige Vermarktung wird nicht weiter verfolgt, da eine langfristige Vermietung auf 10 Jahre der Objekte derzeit nicht möglich ist.

 

Der zweite große Vermögenposten ist das Kaufpreisdarlehen gegen die Spinnerei Neuhof KG von 742.000 EUR, über das ich bereits berichtet habe. Ein Blick auf die Passivseite zeigt eine Eigenkapitalquote von 96%, wesentliche Schulden bestehen also nicht.

 

Für das kommende Jahr erwarten wir rund 8.000 EUR Zinseinnahmen und Beteiligungserträge aus der EuroVal & Co. Erste Beteiligungs KG von 97.000 EUR. Nach Abzug der Verwaltungskosten von rund 20.000 EUR wird sich voraussichtlich ein positives Ergebnis von 85.000 EUR ergeben.

 

 

Holding AG

 

Im Jahresabschluss der Holding AG haben sich die Ereignisse des Geschäftsjahres 2017 wie folgt abgebildet:

 

Wie bekannt bemühen wir uns seit Jahren, den Bestand der nicht betriebsnotwendigen Immobilien zu veräußern. In 2017 ist es gelungen, ein größeres Waldgrundstück am Tegernsee zu verkaufen. Die Erträge hieraus von 475.000 EUR und Erbbauzinsen  von 46.000 EUR sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten.

 

Die Aufwendungen für die Pensionen von insgesamt 280.000 EUR sind in den Personalkosten mit 202.000 EUR und in den Zinsaufwendungen mit 78.000 EUR enthalten. In 2017 haben wir Ruhegehälter von insgesamt 237.000 EUR ausgezahlt. Die Pensionsberechtigungen betreffen 33 Mitarbeiter. Im Vorjahr waren es noch 35 Mitarbeiter.

 

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 152.000 EUR sind neben den Verwaltungskosten auch Betriebskosten der Bestandsimmobilien und die Aufwendungen für den Zinsverzicht von 56.000 EUR enthalten. Im Verwaltungsaufwand sind in diesem Jahr zusätzlich Beratungskosten unserer Gesellschaft, die in Zusammenhang mit der Sanierung der Spinnerei Neuhof KG angefallen sind. Daneben betreffen die Aufwendungen Beratungskosten im Rahmen der finanzamtlichen Außenprüfung, die im Ergebnis ohne Änderungen ausging. Das ursprüngliche Ansinnen der BP, erhebliche Ertragsteuern und Umsatzsteuer durch steuerliche Vorverlagerung des Verkaufs der Immobilie in das Jahr 2013 zu realisieren, konnte erfolgreich abgewehrt werden.

 

Die Zinserträge aus dem an die Spinnerei Neuhof KG ausgereichten Darlehen betrugen in 2017 31.000 EUR. Insgesamt ergibt sich ein Jahresüberschuss von knapp 147.000 EUR.

 

Blicken wir auf die Bilanz:

 

Im Sachanlagevermögen sind die Vorratsgrundstücke mit einem Buchwert von 1.755.000 EUR enthalten, der auf Grund des Verkaufs des Waldgrundstücks mit 82.000 EUR weniger als im Vorjahr valutiert.

 

Weitere Verkaufsverhandlungen werden ständig geführt. Hier benötigt man die für Immobilien in Hof allgemein erforderliche Geduld, wenn man nicht unter dem Marktpreis veräußern möchte.

 

Die Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Immobilien KG und deren Komplementärin.

 

In den Ausleihungen ist das Darlehen an die Spinnerei Neuhof KG ausgewiesen. Nach Vertrag soll es mit 25.000 EUR p.m. getilgt werden. Am Anfang des Jahres wurden die Annuitäten pünktlich gezahlt. Zur Schonung der Liquidität der Spinnerei Neuhof KG sind die Tilgungen derzeit ausgesetzt. Im Jahr 2017 wurden, wie bereits erwähnt, 232.000 EUR getilgt.

 

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen die Kaufpreisforderung aus der Veräußerung des Grundstücks in Bad Wiessee. Die Zahlung hierauf ging im Januar 2018 ein. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen die laufende Verrechnung mit der Immobilien KG. Das Umlaufvermögen weist keine wesentlichen Posten auf. Am Stichtag betrugen die Bankguthaben 77.000 EUR. Derzeit verfügen wir zusammen mit der Immobilien KG über eine gut ausgestattete Liquidität und sind damit gut aufgestellt.

 

Das Eigenkapital hat sich um das Jahresergebnis verbessert. Die Eigenkapitalquote ist mit knapp 43% der Bilanzsumme gut.  Im Übrigen dominieren die Pensionsverpflichtungen mit 2.210.000 EUR.

 

Für das nächste Jahr rechnet der Vorstand mit einem negativen laufenden Ergebnis, da die Aufwendungen für die Pensionsverpflichtungen nicht durch laufende Pacht- und Zinseinnahmen gedeckt sind. Ob ein positives Ergebnis erzielt werden kann, hängt davon ab, ob ein Immobilienverkauf gelingt. Die Liquidität für das kommende Jahr ist durch den heutigen Bankbestand und für künftige Jahre durch die Rückzahlung der ausgereichten Verbindlichkeiten gesichert.

 

Der Vollständigkeit halber sei noch darauf hingewiesen, dass es noch eine Komplementärin der Immobilien KG gibt, die ein Jahresergebnis von 1.000 EUR erwirtschaftet hat, und eine Spinnerei Neuhof GmbH & Co. Abwicklungs KG i.I. existiert, bei der der Insolvenzverwalter die Schlussrechnung im Frühjahr dieses Jahres dem Insolvenzgericht vorgelegt hat. Bedauerlicherweise sind die Forderungen der Holding AG im Wesentlichen als nachrangig eingestuft worden, so dass wir nur noch mit einer minimalen Schlusszahlung rechnen dürfen. In diesem Jahr sind hieraus 3.000 EUR eingegangen

 

Das war mein Überblick über die Ereignisse des Jahres 2017 sowie die ausführliche Darstellung der Lage unserer Gesellschaft. Damit möchte ich meinen Bericht beenden, bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und erwarte Ihre Fragen.